Gespannprüfungen sind Leistungsprüfungen für Führhundhalter und dessen Blindenführhund.

Seit einigen Jahren haben es sich die gesetzlichen Kassenversicherungen zur Angewohnheit gemacht, Blindenführhunde nach abgeschlossener Einweisung durch die Blindenführhundschule, durch beauftrage externe, vom den DBSV e. V. geschulte und davon anerkannte Prüfer, prüfen zu lassen.

Mit der Umgruppierung der Blindenführhunde in die Produktgruppe 07- Blindnehilfsmittel, wurde die bisherige Anforderung an eine Gespannprüfung bestätigt. D.h. die Gespannprüfung ist laut Hilfsmittelkatalog am ende jeder Einweisung durchzuführen und bildet somit den Abschluss der Versorgung. 

Leider scheint hierbei der einstige Gedanke zu überprüfen, ob eine blinde bzw. sehbehinderte Person durch die Einweisung in der Lage ist einen Führhund gut zu versorgen und zielführend zu nutzen, schon lange nicht mehr Hintergrund dieser Prüfung zu sein. Viele unserer Mitglieder und viele unserer Klienten berichten uns zunehmend von missglückten Prüfungsdurchführungen.

Bei genauerer Betrachtung der Rechtslage wird schnell klar, dass eine Abnahmeprüfunng für ein Hilfsmittel nicht zulässig sein kann. Kein Rollstuhlfaher muss sich prüfen lassen, wie er mit seinen Rollstuhl umgehen kann. Keine blinde Person muss am Ende einer O & M Schulung eine Prüfung ablegen, in der sie zeigt wo und wie sie seinen Langstock einsetzt.

Wir sind der Meinung, wie viele unserer Klienten auch, dass es an der Zeit ist umzudenken. Ein Führhundhalter ist durchaus in der Lage, am Ende einer Einweisung zu erkennen ob von einer erfolgreichen Hilfsmittelversorgung gesprochen werden darf. 

Eine Hilfsmittelversorgung darf neben der medizinischen Notwendigkeit nur unter einer Bedingung gegenüber dem Versicherten stehen, sich nämlich im Gebrauch des Hilfsmittel einweisen zu lassen.
Die beschriebene Gespannprüfung stellt eine unzumutbare, weitere Bedingung dar.
 
Die Überprüfung der Qualität des Hilfsmittels Blindenführhund ist nach unserer Auffassung unbedingt an anderer (vorgelagerter) Stelle anzusiedeln.

 

Selbstverständlich steht es Krankenkassen zu sich mit ihrem ausführenden Organ, dem MDK, vom ordnungsgemäßen Zustand des Hilfsmittels zu überzeugen. Allerdings erst nach erfolgter Übergabe. Auch hier gibt das Gesetz klare Vorgaben.

 

Wir wünschen uns für die Zukunft geprfüfte Führhundschulen mit guten Führhunden und Versorgungen ohne stress für die Versicherten.